Neulich traf ich zufällig meinen Schulfreund wieder… genau den, mit dem ich früher zusammen war. Damals schien die ganze Welt uns zu Füßen zu liegen, aber wir trennten uns aus einem dummen Grund — jemand sagte etwas Falsches, jemand verstand etwas falsch, und statt zu reden gab es nur Groll und Stille. Seitdem sind viele Jahre vergangen, wir haben nicht gesprochen, uns nicht getroffen… und plötzlich stand er vor mir. Wir trafen uns zufällig im Einkaufszentrum.
Er hatte sich kaum verändert. Dasselbe warme, etwas verlegene, aber aufrichtige Gesichtsausdruck. Wir kamen ins Gespräch, als wäre diese Pause von Jahren nie gewesen. Lachen, Erinnerungen, etwas mehr Blicke, als es bei normalen Bekannten üblich ist. Er schlug vor, zu ihm zu gehen — Tee trinken und weiterreden. Ich zögerte kurz, stimmte dann aber zu.
Das Haus war gemütlich, mit dem Geruch von frisch gebrühtem Kaffee und etwas Heimeligem… Ich zog die Schuhe aus, ging weiter hinein, und dann…
Blieb ich wie angewurzelt stehen. Mir wurde kalt im Inneren. Etwas stimmte nicht. Sehr nicht. Ich spürte förmlich, wie mein Herz bis zum Hals schlug — und dachte für einen Moment: ich muss weglaufen. Sofort.
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Svetlana eilte durch das Einkaufszentrum, als sie mit einem Fremden zusammenstieß. Sie wollte sich gerade beschweren, als sie plötzlich Pasha erkannte — ihren Schulfreund. Beide waren überrascht.
„Sveta? Ich kann’s nicht glauben!“, sagte er verwirrt.
„Stell dir vor. Wie viele Jahre sind vergangen… Warte am Eingang, ich kaufe schnell noch etwas und dann quatschen wir.“
Als sie zurückkam, hielt er einen Strauß Chrysanthemen in der Hand.
„Für dich. Einfach so, für alles Gute“, sagte Pasha und nahm ihre Taschen.
Sie setzten sich im Park. Die Erinnerungen flossen von selbst. Er erzählte, wie schwer es war, mit einer kranken Mutter und einer betagten Großmutter zu leben.
Wie er dank Svetas Hilfe in der Schule fertig wurde. Sie erinnerte sich, wie der Junge sich selbst Spritzen gab, kochte und am Wochenende arbeitete.
Jetzt ist Pasha ein angesehener Arbeiter ohne schlechte Gewohnheiten. Er hat nicht studiert, aber alles auf der Baustelle gelernt und träumt davon, ein Diplom zu bekommen. Er lud Sveta zum Besuch ein. Ein gemütliches Haus, Sauberkeit, Fotos an der Wand. Darunter ein Schulfoto von Sveta.
„Bewahrst du es immer noch auf?“
„Natürlich. Du warst ja immer da.“
Sveta ging, aber die Gedanken an Pasha ließen sie nicht los. Ihre Mutter, nachdem sie von dem Treffen erfahren hatte, riet ihr:
„Vielleicht braucht er wieder deine Hilfe?“
Bald kam Pasha mit einem Rosenstrauß:
„Ich muss mich auf die Aufnahmeprüfung vorbereiten. Hilfst du mir?“
Sie stimmte zu. Nach ein paar Wochen schrieb er schon sicher Aufsätze. Im August wurde er Student am Bautechnikum. Sveta freute sich über seinen Erfolg.
„Du brauchst keine Hilfe mehr“, sagte sie einmal.
„Doch. Und nicht nur bei der Schule. Sveta, heirate mich…“
Sie antwortete nicht — umarmte ihn einfach.
Bald heirateten sie. Pasha wurde Vorarbeiter, und die Familie bekam Söhne. Svetas Mutter war glücklich:
„So eine Liebe ist selten. Sie beginnt in der Kindheit und hält ein Leben lang.“

