Januar 1878 in Böhmen geboren wurden, hat viele Menschen bewegt. Von Geburt an waren sie am Becken miteinander verbunden und führten ihr gesamtes Leben in unzertrennlicher Nähe.
Schon in jungen Jahren entdeckten sie ihre Liebe zur Musik, traten gemeinsam auf und tourten durch verschiedene Länder Europas. Während einer Tournee in Frankreich im Jahr 1906 lernte Rose einen jungen Offizier namens Franz kennen. Zwischen ihnen entwickelte sich eine romantische Beziehung, die das Verhältnis der Schwestern veränderte. Anfangs fiel es Josepha schwer, die neue Situation zu akzeptieren, doch schließlich erkannte sie Roses Recht auf Liebe an.
Im Jahr 1909 sorgte die Nachricht von Roses Schwangerschaft für großes Aufsehen. Obwohl nur Rose eine Beziehung führte, durchlebte auch Josepha die Schwangerschaftssymptome – von Übelkeit bis zu Wehen – da ihre Körper eng miteinander verbunden waren.
Am 16. April 1910 kam ein gesunder Junge zur Welt, der den Namen seines Vaters – Franz – erhielt. Das wohl Erstaunlichste war jedoch, dass beide Schwestern Muttermilch produzierten und das Kind gemeinsam stillten. So übernahmen sie gemeinsam die Mutterrolle – liebevoll und fürsorglich.
Diese einzigartige familiäre Bindung wurde später Teil ihrer Bühnenshow mit dem Titel „Zwei Mütter, eine Liebe“, die das Publikum tief bewegte.
Doch im Jahr 1922 wurde Josepha schwer krank. Die Ärzte schlugen eine Operation zur Trennung vor, um Rose zu retten. Doch sie lehnte entschlossen ab mit den Worten: „Wir kamen gemeinsam auf diese Welt und wir werden sie gemeinsam verlassen.“ Und so geschah es. Die beiden starben am selben Tag – mit nur 12 Minuten Unterschied.

